„Der Neue Realismus“

Gruppe ZEBRA

ZEBRA Manifest PDF

Dieter Asmus / Peter Nagel / Dietmar Ullrich

„ Der Neue Realismus“

 

Ausstellung vom 24.1. bis 27.2.2018

Vernissage Dienstag, den 23. Januar 2018 um 19 Uhr

Laudatio Bernd Roloff

Die Gruppe ZEBRA (Asmus/Nagel/Ullrich) wurde 1964 in Hamburg gegründet und war ab 1968 in Deutschland und besonders im Ausland lange Zeit Synonym für Junge Kunst der Hansestadt. Sie entwickelte erstmals aus der damals vorherrschenden Abstraktion (mit den formalen Bildmitteln, die die Moderne bereitgestellt hatte) und unter Integration der modernen mechanischen Bildmedien (besonders der Fotografie)  den zeitgenössischen „Neuen Realismus“ (der im ZEBRA-Manifest“ von 1964 genau definiert wird): „Durch die Moderne, hindurch, über sie hinaus“.

Nissis Kunstkantine zeigt Farbradierungen und Siebdrucke der Künstlergruppe.

Seit Jahrzehnten gelten die Künstler, deren Werke auch international  in öffentlichen Sammlungen aufgenommen wurden, als Protagonisten einer modernen figurativen Kunst.

In Folge hatte die Gruppe ca. 25 Ausstellungen in europäischen Museen u.a. Nationalgalerie Rom, Museen Belgrad, Skopje, Sarajewo, Mus. Aalborg, Kunstverein Berlin).  Arbeiten in internationalen Museen, u.a. von Tokio, Neu Delhi, Buenos Aires, Rom, Paris, Wien).

Die Künstler arbeiten mit Popfarben, klassischen Perspektiven und nicht zuletzt  einer perfektionistischen  Ausarbeitung.

„Das Motiv wird in seinem „absoluten Moment“ eingefangen und durch organisierte Bildsprache direkt ins Bewusstsein des Betrachters transportiert.“

Die Künstler leben und arbeiten in ihrer Heimatstadt Hamburg. Nissi freut sich darüber, die Werke der bekannten Künstler zeigen zu können: „Die Werke sind nicht „L’art pour l’art“, sondern „L’art pour l’homme“, eine willkommene Abwechslung zu den puristischen und abstrakten Werken, die wir häufiger zeigen“.

 

Dieter Asmus

 

 

 

Dieter Asmus wurde 1939 in Hamburg geboren. Während des Krieges lebte er vorübergehend in Gundelsby im Norden Schleswig-Holsteins.
Nach dem Abitur studierte er von 1960 bis 1967 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Im Gegensatz zu der in dieser Zeit vorherrschenden abstrakten Malerei interessierte er sich für gegenständliches Malen. Gemeinsam mit Peter Nagel, Dietmar Ullrich und Nikolaus Störtenbecker entwickelte er in vierjähriger Arbeit die formalen Grundlagen eines Neuen Realismus. Als 1964/65 die ersten realistischen Bilder vorlagen und der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten, gründeten die Künstler die Gruppe ZEBRA.

Asmus arbeitet in Öl. Charakteristisch ist unter anderem die Verwendung von Stilmitteln der Fotografie wie Anschnitt, Ausschnitt, Schnappschuss, Farbstichigkeit, Frosch- und Vogelperspektive. In den 1990er Jahren entstanden verstärkt auch Pastelle, ab 2000 vermehrt auch kleinformatige Bilder (Öl auf Karton).
Etwa 50 Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen (Staatsgalerie Stuttgart, Albertina Wien, Nationalgalerie Berlin, Nationalgalerie Moderner Kunst in Rom, Hamburger Kunsthalle u. a.).
Dieter Asmus ist Mitglied im und seit 1985 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Wikipedia

 

 

Peter Nagel

Peter Nagel Nagel studierte von 1960 bis 1965 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Carl Heinz Wienert, Karl Kluth und Johannes Geccelli. 1965 gründete er mit Dieter Asmus, Nikolaus Störtenbecker und Dietmar Ullrich die Gruppe ZEBRA. Nach einem Studienaufenthalt in London im Jahr 1966 und einem Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 1967 arbeitete er als freier Maler und Graphiker. 1977 wurde ihm der Kulturpreis der Stadt Kiel verliehen. Von 1985 bis 2004 war er Professor für Malerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Peter Nagel ist seit 1981 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. 1995 wurde er Kurator der Kunststiftung Landesbank Schleswig Holstein.
Nagels Malerei ist in die Strömung des Neuen Realismus einzuordnen. Das Erscheinungsbild seiner Kunst als ein Ergebnis zwischen Fotografie und Grafik.
Peter Nagel ist seit 1969 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes (von 1983 bis 1988 im Vorstand)[1]. Er lebt in Kleinflintbek bei Kiel und in der Toskana. Er ist mit der Malerin Hanne Nagel-Axelsen (* 1942) verheiratet. Beide sind Mitglied in der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Wikipedia

 

Dietmar Ullrich

Als sich in den Jahren 1962 bis 1965 auf der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg die vier Kunststudenten Dieter Asmus, Peter Nagel, Nikolaus Störtenbecker und Dietmar Ullrich zusammenfanden, geschah das unter dem Eindruck, ihre Bedürfnisse und ihre Auffassung von Kunst nicht bei ihren Lehrern und Mitschülern vertreten zu finden. Im Winter 1964/65 verfassten sie gemeinsam das ZEBRA-Manifest No. 1, das mit „Der NEUE REALISMUS“ überschrieben war.
Die Grundlage für Ullrichs Malerei bildeten Fotografien und Zeichnungen. Die ersten Gemälde zeigen Kinderbildnisse und Gruppen mit Turnern oder Fußballspielern, die in Laufbewegungen oder im Sprung festgehalten sind. In diesen Arbeiten ist der Farbauftrag noch dicker, die Pinselarbeit öfter sichtbar. Ab 1968 werden die Figuren mit plastischer Härte durchgebildet, sind scharf konturiert und die Farben werden glatt vertrieben. Die Darstellungsweise wirkt kühl, die Bildelemente sind formal eindeutig geordnet. Als Bildthemen kommen Naturelemente wie Feuer oder Wasser und Materialien wie Karton, Vorhänge, Kissen, Bälle oder Steine hinzu. Typische Arbeiten jener Jahre sind Freiballon von 1977, Öl auf Leinwand, 135 × 155 cm, das sich im Besitz der Sammlung Jaeschke befindet oder Strandleben von 1985/1986, Öl auf Leinwand, 140 × 210 cm, das sich im Besitz des Kunstforums der Ostdeutschen Galerie in Regensburg befindet. In letzter Zeit wird der Farbauftrag wieder pastoser, so dass die dargestellten Gegenstände reliefartig aus der Fläche hervortreten. Wikipedia