“Was das Auge in der Welt sieht!”

Bernd Harms

Titelbild kleinEinladung


Vernissage


Bernd Harms


“Was das Auge in der Welt sieht!”


Freitag · 11. April · 19 Uhr

 

Der Maler Bernd Harms gehört zu den Gründungsmitgliedern des

KUNSTWERK AM FISCHMARKT.

Auf dem Weg zu seinem künstlerischen Ideal – Emotionen zu erzeugen als Auswirkung von Kunst auf die Seele -  experimentiert Harms mit Elementen konkreter Abbilder und abstrakter Formen, die er zumeist kombiniert. Er “spielt” mit spontanen Farbmischungen, gespachtelten Verwerfungen, Übermalungen. Viele seiner Bilder erscheinen zunächst inhaltlich undefiniert und erzählen doch Geschichten – auch oder gerade durch das Sichtbarmachen von Abwesendem. Sie lassen sich entschlüsseln und geben dem bereitwilligen Betrachter den allein von ihm erzeugten Sinn.

(© Franziska Trollius. September 2011)

 

„Kunstwerke verlangen vom Betrachter eine Deutung. Das Kunstwerk ist nicht für sich allein da. Es braucht den Menschen, der es anschaut. Erst in der Betrachtung, im Gespräch mit dem Sichtbaren, verrät das Kunstwerk seinen Sinn. Erst dann  e r h ä l t  es auch seinen Sinn…“

                                                          (Arnold Bode, Begründer der documenta)

 

 

 

 

 

Bernd Harms. Maler.

Wer ist Bernd Harms? Was malt er?

Versuch einer Annäherung.

 

 

                                                      

 

Das Abenteuer Kunst

 

„Das  Werk  muss sprechen, der Künstler bleibt dahinter“  sagt Bernd Harms.

 

Welche Sprache spricht es denn? Was hört, resp. sieht der Betrachter?

Die Bilderwelt von Harms steckt voller Geheimnisse und Gegensätzlichkeiten;

ihre Ansichten erscheinen gleichzeitig märchenhaft  u n d  realistisch, konkret 

u n d  abstrakt, poetisch  u n d  prosaisch.

Wirklichkeit gewordene Träume? Geträumte Wirklichkeiten?

 

So unterschiedlich die Themen, Motive, Techniken und Formate – jedes einzelne Bild erzählt dem aufmerksam Schauenden eine Geschichte.

„Das kann für jeden Betrachter eine andere Geschichte sein. . . Es geht mir nicht um Deutung oder Verstehen meiner Bilder. Was ich mir wünsche, ist: Anschauen, Hineingehen, sich-Einlassen. Dabei mischen sich dann Fragmente realer Wahrnehmungen und Abbilder mit Traumbildern und Lebenserinnerungen.

Das Ergebnis ist letztlich das, was Kunst ausmacht“. Sagt Künstler Harms.

 

Bernd Harms (ent-)führt den Betrachter in (s)einen ureigenen Kosmos:

Dort begegnet man Menschen (mit und ohne Namen), Tieren, Pflanzen und Alltagsgegenständen, Landschaften, Bauwerken, Maschinen (und Maschinenteilen); losgelöst vom ursprünglichen Kontext und hineingestellt in eine fremde Realität werden den Bildelementen veränderte Aussagen zugewiesen.

 

Mitten in die Ordnung einer klar gegliederten Fassade bricht plötzlich das Rätselhafte, Vertrackte, Hintergründige ein; die vertraute Welt wird verzeichnet, verzerrt, verwandelt. Sie wird doppeldeutig, unwirklich, poetisch.                                                                                                                                                                                             

 

Wenn  sich die Fantasie – nach anfänglicher Unentschiedenheit – schließlich auf zunächst noch schmalen, schwankenden Brücken zu gehen getraut, wenn der Betrachter etwas hinzutut, wird plötzlich etwas für das innere Auge lesbar.

 

„Der Künstler darf nehmen, von wo er will…“, schreibt Albert Schulze-Vellinghausen in einer Abhandlung über die Gesetzmäßigkeiten der Neuen  Kunst „ …sei es von den Primitiven, sei es von raffinierten Manierismen, sei es aus dem Müll der technischen Welt oder aus dem Saal eines Museums. Jede Anknüpfung ist erlaubt. Entscheidend ist die Prägung, die Gespanntheit, die Physiognomie des Ergebnisses… Das Werk muss allein durch die Kraft seiner freien Gesetzlichkeit überzeugen können.“

 

Als Schulze-Vellinghausen (in den 50er,60er Jahren  d i e  Autorität in Sachen GegenwartsKunst) dieses Statement publizierte, ziemlich genau zu der Zeit, begann für den jungen Schüler Bernd Harms das Abenteuer Kunst:

 

„ Eine Kunsterzieherin machte mit uns – für damalige Verhältnisse ungewöhnlich coole – wie wir es heute nennen würden - Experimente. Etwa: farbige Bilder zu schaffen, ohne Farbe – nur mittels Grautönen, oder: Tropfen im Strohhalm übers Papier zu jagen und so abstraktes Arbeiten anzuregen: oder sie ließ Farben mischen, und zwar auf dem Papier, nicht auf der Palette.“

Stark beeindruckt hat den damals Zwölfjährigen auch ein sogenanntes Projekt Atlantis : „beliebige grafische Darstellungen wurden nebeneinander angeordnet, die somit ungeplant entstehenden Flächen dann mit Farbe ausgefüllt, ohne sich zu überschneiden, was am Ende den Eindruck von unter Wasserbewirkte – Atlantis eben“.<%2