„RUHRPOTT-NINJAS“

MAORI KUNIGO

Ausstellung vom 01. – 21. August 2018

Einladung zur Vernissage

Mittwoch, 1. August 2018, 19 Uhr

Laudatio Bernd Roloff

Den Beitrag finden Sie ab Minute 18 im HH Journal in waagerechter Form.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Hamburg-Journal,hamj70282.html

Japanische Tradition und Klarheit treffen auf die rauhe Moderne des Ruhrpotts.

 

Maori Kunigo vereint die Reduziertheit des japanischen Stils und die Rauhheit des Ruhrgebietes in sich selbst und auch in seiner Kunst.

Seine Protagonisten sind Ninja und Samurai, japanische Bauern, Maiko, Kois und buddhistische Mönche – alle samt in ungewohnt moderner Rolle.

Maori Kunigo mischt alte japanische Malerei, japanische Schrift und Architektur, Kirschblüten und japanische Landschaften, die dann aber von Ninja, Samurai und Maiko erobert werden.

 

Der Künstler selbst stellt seine Protagonisten als Symbole vor: »Ninja haben einen Legendenstatus in Japan, es gibt aber auch kaum Überliefertes über sie. Ninjas wollen eigentlich unsichtbar sein; ein Ninja arbeitet stets im Verborgenen, will anonym bleiben und nicht gesehen werden. Er gehört nicht auf Bilder, nicht auf eine Bühne – und ich mache ihn zu einer zentralen Figur und lasse ihn auch noch Dinge tun, mit denen er krass auffällt«, sagt Maori Kunigo. »Der Mönch ist für mich ein Symbol für Selbstgeißelung und Selbstdisziplin, der sich als Buddhist aber auch selbst erlöst. Der Bauer ganz unten in der Gesellschaft, die ihn aber dringend brauchr; der Samurai mutiger Traditionalist und Kämpfer, der aber auch etwas Hoffnungsloses hat in seiner alten Tradition.«

Maori Kunigo setzt sie alle in den Alltag der Moderne: auf dem Weg zum Alltagsjob, als Rock-Musiker, Pizzalieferanten – stets vor malerischem Hintergrund.

 

Die wunderschönen japanischen Landschaften in Kunigos Bildern erstrahlen so nie als Selbstzweck; kein Gemälde kommt ohne Geschichte oder ohne Witz aus, es gibt stets einen Bruch. Genau hinsehen lohnt sich nicht bloß wegen der handwerklichen Perfektion, sondern auch wegen der großen Liebe zum Detail. Und wer ein bisschen Japanisch kann, wird in den Gemälden außerdem ein paar versteckte Scherze finden.

 

Kunigos Leinwände bestechen durch ihre ganz eigene Haptik; die Textur im Untergrund macht das Bild lebendig, dazu die Sticker aus zartem und penibel bezeichnetem Papier. So mischt sich Abstraktes mit Detailgenauem. Dazu das Logo des Künstlers – ein Teil des Namens des Künstlers als japanisches Schriftzeichen – selbst ein kleines Kunstwerk im Kunstwerk.

 

Maori Kunigo ist 1981 in Gelsenkirchen geboren und als Sohn japanischer Eltern aufgewachsen in Gladbeck. Nach Hamburg kam er als Grafik-Designer und Werbetexter. Seit seiner Kindheit und auch während seiner Karriere als Kreativdirektor spielte die Kunst eine große Rolle in seinem Leben. Als Künstler entwickelte er sich von Streetart, Graffiti über melancholische Comics (»Letzte Szene«) und Werbegrafik bis hin zur Malerei. Heute arbeitet Maori Kunigo mit Acryl und Papier und vereint Streetart-Elemente mit Leinwand, Abstraktes mit Gegenständlichem, knallige Farben mit inhaltlicher Tiefe.