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Farbexplosion – Clausager, Kießlich

Farbexplosion

Vernissage Donnerstag, 03.02.2022 um 19 Uhr

Die Ausstellung läuft bis Dienstag, den 22. März 2022

Laudatio Bernd Roloff

Aileen Clausager (22)

Das kreative Nordlicht mit dänischen Wurzeln fertigt ihre großformatigen Kunstwerke in ihrem Atelier in Schleswig-Holstein an. Ihre Farbexplosionen wurden bereits bei diversen Ausstellungen in Europa präsentiert. Aileens Faszination ist es, in ihren menschlichen Darstellungen Naturnahes und Abstraktes verschmelzen zu lassen. Durch ihre Experimentierfreudigkeit und Auftrag von mehreren Farbschichten kommen stets überraschende und dynamische Werke zum Vorschein. https://www.clausager-art.de

Mutate (Tobias Kießlich)

ist gelernter Mediengestalter und schon immer irgendwie mit der Kunst verbunden. Es war sein Opa, dessen malerisches Talent wohl auf ihn übergegangen ist. Das Malen hat er sich autodidaktisch beigebracht und ist nach wie vor von einer spielerischen Neugier getrieben, das Leben um sich herum malerisch umzusetzen. Die Farben explodieren scheinbar auf der Leinwand, machen neugierig und lassen kraftvolle Werke entstehen. Seine Hauptmotive sind Persönlichkeiten, die ihn selbst beeindruckt und auch inspiriert haben. Aber auch Frauen oder Landschaften, die mal mehr mal weniger farbig daherkommen und ihre Geschichten erzählen. Mutate selbst sagt:“ Ich tauche ein in eine Welt von Farben und lasse mich dabei von meinem Gefühl leiten.“ https://www.mutate-works.de

Einladung

Rückseite

Die Formatierungen der Laudatios werden derzeit überarbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Laudatio

Laudatio Aileen Clausager und Tobias Kießlich

 

„FARBEXPLOSION“

 

Nissis Kunstkantine, 03.02.2022

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, liebe Gäste, liebe Kunstschaffende! Sie befinden sich in der 72. Vernissage der Kunstkantine seit ihrer Eröffnung im März 2013. Alle Patienten sind also nach Ort und Zeit orientiert.

Mein Name ist Roloff, Bernd Roloff.

 

Ich bin der Keynote-Speaker der Kunstkantine und darf Sie herzlich zu diesem besonderen Abend begrüßen. Zu meiner Rechten meine Assistentin Betty, genannt Moneypenny. Die Ausstellung hat das Motto

 

„Farbexplosion“.

 

Ausgestellt sind die Werke von Aileen Clausager und Tobias Kießlich, Künstlername Mutate, nicht Mutante, wie ich betonen darf.

 

Schwerpunkt der Ausstellung sind Porträts. Porträts unterscheidet man nach dem Bildausschnitt. Tobias hat ausschließlich sogenannte Kopfbilder eingeliefert. Bei Aileen erweitert sich der Ausschnitt bis zu einem sogenannten Hüftbild. Wenn die Knie mit auf einem Porträt zusehen sind, nennt man es übrigens Kniestück.

 

Vielleicht auch eine Anregung für das Archiv einer radiologischen Praxis:

 

„Du, Frau Meier, hol mir doch mal das Kniestück von Dr. Eierkuchen,

der kommt um 10! Er will sich wieder seine Spritze abholen.

Ich muss mir nochmal den Gelenkverschleiß ankucken!“

 

Meine Damen und Herren, eine Vernissage ist eine Verkaufsveranstaltung. Warum soll man sich ein Porträt kaufen?

 

Das Porträt, aufgehängt im Heim oder im Büro bedeutet, dass man sich in Gesellschaft eines neuen Hausgenossen befindet. Man wünscht sich gute Gesellschaft. Ein Argument könnte sein, dass man sich mit dem gemalten Celebrity auf irgendeine Weise verbunden fühlt.

 

Tobias schreibt mir: „Die Menschen, die meine Bilder kaufen, freuen sich darüber. Sie sehen darin ihre Träume, Leidenschaften. Es sind Erinnerungen und Geschichten, die sich darin wiederfinden“.

 

Von den hier gezeigten Porträts wäre das bei mir wohl am ehesten Mick Jagger.

 

Ich erinnere mich an mein erstes Stadionkonzert in Hannover 1982. Rolling Stones. Eine der Vorgruppen war Peter Maffay und Band. Peter Maffay erinnert sich auch immer noch gut an dieses Konzert. Es sei das schlimmste seines Lebens gewesen. Es wurde mit allmöglichen Unrat nach der Band und Maffay geworfen. Noch im letzten Oktober hat er über dieses vor 40 Jahren stattgehabte Event in einer Talkshow gejammert.

 

Als Maffay fertig war, traten dann endlich die Stones auf und Mick Jagger führte zu „Under My Thumb“ extatische Tänze auf.

 

Ich weiß gar nicht, ob dieser Titel noch gesungen wird. Mick Jagger besingt da, dass er jetzt das Mädchen unter seiner Fuchtel hätte, das ihn früher herumgeschubst hat.

Die Stones spielen auf ihren Konzerten den Titel „Brown Sugar“ auch nicht mehr, weil dieser möglicherweise rassistisch verstanden werden könnte.

 

Übrigens war das erste Porträt, das Tobias gemalt hat, eines von Keith Richards. Würde bei mir auch positive Assoziationen auslösen. Bill Clinton hat über ihn gesagt:

 

Er wäre „außer Kakerlaken die einzige Lebensform,

die einen Atomkrieg überleben kann“.

 

Keith Richards ist ein Musterbeispiel an Resilienz.

 

Resilienz ist definiert als die Fähigkeit des Einzelnen, mit seiner Umgebung und den Prozessen zu interagieren, die entweder sein Wohlbefinden fördern oder ihn vor dem überwältigenden Einfluss von Risikofaktoren schützen.

 

Weiterführend, liebe Freundinnen und Freunde, empfehle ich das Studium der 7 Säulen der Resilienz gegen Pandemien, Steuerprüfungen und menschliche Bazillen.

 

Wir, liebe Freundinnen und Freunde, können nur durch einen Meteoriten gestoppt werden. Das wünsche ich uns.

 

Aileen schreibt mir: „Meine Bilder bringen Farbe ins Leben und somit ist ein Wohlfühleffekt garantiert“. Wir sind hier also bei dem Resilienzfaktor:

Förderung des Wohlbefindens.

 

Noch vor Softdrinks, Tee und Wein ist Bier das beliebteste Getränk in Deutschland.

 

Der Genuss von Bier ist konnotiert mit einer gewissen heimeligen Gemütlichkeit. Biergarten, abends beim Bierchen, das Bier zum Grillen, Feierabendbier, Bierseligkeit, Gerhard Schröder und Markus Söder:

 

Sie ahnen es, meine Damen, ich will hinaus auf den Kauf des einzigen Gemäldes in unserem Bernsteinzimmer der HafenCity, mit dem sie ihrem Mann garantiert eine Freude machen:

 

„September Fall“ nennt Aileen dieses Werk. Ein Titel, der nicht deskriptiv ist. „Meine Titelnamen kommen aus dem Bauch heraus, dabei ist ein Bisschen Poesie nicht schlecht“.

 

Budweiser-Bierdose, Budweiser T-Shirt und wenn man genau hinsieht, dann sieht man das Wort „King“ auf der Dose. Seit 1876 wird Budweiser mit dem Slogan „King of Beers“ verkauft.

 

„September Fall“ ist das ideale Werk, das Sie, meine Damen, für sein Herrenzimmer, seine Bastelecke im Keller oder die ausgebaute Garage erwerben können.

 

Sehen Sie, meine Damen und Herren, hier fehlt doch was!

 

Kurzer Rock und schlanke Beine erhöhen die Attraktivität des Werkes. Und stellen Sie sich vor: Wenn er in seinem männlichen Arkadien Besuch von seinen Kumpels bekommt, weil gleich die Sportschau anfängt – der Respekt für seinen Kunstgeschmack wird ihm entgegenfluten. Bier und Beine, kann ich nur sagen.

 

Hot legs and Budweiser!

 

Wer will schon über den Blauen Reiter und den Konstruktivismus schwadronieren. Mit so einem Gemälde kann man auch einem Rezipienten mit brachialer Kulturlücke ansprechen.

 

Andererseits, wenn Sie den Kunstkenner zu Gast haben, wird dieser sagen: „Oh, eine Ganzfigur ohne Kopf! Revolutionärer Bildausschnitt!“. Ich meine es ernst: Es wird nicht viele Künstler geben, die diesen Bildausschnitt wählen.

 

Auch in der Kunst, wie überall, gibt es 3 Chancen, Erfolg zu haben:

 

Sei der Erste. Sei der Beste oder sei anders.

 

Die Künstler dieser Ausstellung haben einige Gemeinsamkeiten. Sie arbeiten nicht an mehreren Werken gleichzeitig, sondern immer nur an einem Gemälde. Tobias zieht sogar seine Leinwände selbst auf. Das Handwerkliche liegt in seinen Genen.

 

Aileen und Tobias arbeiten nicht zielorientiert, sondern sie lieben den Flow bei der Werkschaffung. Zitat Aileen: „Ich liebe den Flow, einmal ans Werk gemacht, arbeite ich gerne tagelang durch, solange alles entspannt bleibt, denn Druck tut meinen Bildern nicht gut“. Zitat Tobias: „Ich mag den Flow. Das Spiel mit Farben und Formen“. Hier mal ein Zitat von Bob Dylan:

 

Ganz überwiegend, liebe Kunstfreundinnen und -freunde, haben die Künstler, die in Nissis Kunstkantine ausgestellt haben, den Flow bei der Werkschaffung als das eigentlich Entzückende genannt, nicht das fertige Werk.

 

„There is no road to happiness, because happiness is the road”.

 

Betty und ich haben dies als Slogan des Jahres an unseren Büroschrank gepinnt. Meine lieben Kunstfreundinnen und –freunde, man kann das Spiel des Lebens nicht gewinnen, man kann es nur spielen. In diesem Sinne darf ich euch Allen für 2022 so viel Flow wie möglich wünschen, bedanke mich fürs Zuhören und wünsche euch Allen einen schönen Abend.

 

Vielen Dank!

 

(Klatschklatschklatsch) Halt, halt, halt! Kennt Ihr noch den Spruch von Steve Jobs:

 

„There is one more thing!”

 

Einen haben wir also noch. Gleich neben der angepinnten Glückstraße klebt Folgendes an unserem Büroschrank:

Das Leben ist keine Generalprobe, sondern eine permanente Premiere. Unwiederholbar. Insofern folgen Sie bitte Ihrem spontanen Kaufimpuls. Am Besten noch heute Abend.

 

Wie wir wissen, gibt es 3 Arten von Kunstsammlern: Die Kunstbegeisterten, die Investoren und die Bewahrer. Aileen meint sehr selbstbewusst über die Investition in ihre Kunst: „Ich bin jung und es läuft sehr gut mit der Kunst. Wie sieht es dann erst in 10 Jahren aus?“ Tobias meint: „Ich kann mir vorstellen, dass Liebhaber und Bewahrer gern ein Bild kaufen. Es ist ja nicht der Preis, sondern das Gefühl, das wir mit dem Produkt verbinden, das uns zum Kauf bewegt“.

 

In diesem Kontext kann man über den Kauf des Porträts von Jim Morrison nachdenken. Wer Sinn fürs Drama hat, fürs Tragische, für den Club 27, deren Club-Mitglieder früh verstorben sind, fühlt sich davon angezogen. Ich verbinde mit Jim Morrison den Filmanfang von „Apocalypse Now“, in dem er „This Is The End“ singt. Übrigens der letzte Film, den ich mit meiner Mutter im Kino gesehen habe, im Grindelkino – wo heute Budnikowsky drin ist.

 

Wenn man Auktionatoren fragt, welche Werke am Besten weggehen, so nennen sie kräftige Farben und einen Touch von Drama, was das Motiv oder den Künstler angeht. Jim Morrison hat etwas Ikonisches. Bei Wikipedia heißt es: „Jim Morrison gilt als Rockmusiker, der die Fantasien, Visionen, Ängste und die Selbstdestruktivität der Generation der späten 1960er Jahre artikulierte und exemplarisch auslebte.“

 

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, im Kontext der Polarität passt zum Porträt von Jim Morrison ein leichtes Werk. Eine Polarität im philosophischen Sinne besteht aus einem Gegensatzpaar und der Beziehung zwischen den Polen:

 

hell – dunkel,

kalt – heiß,

schwarz – weiß,

Mann – Frau,

Liebe – Hass,

arm – reich,

krank – gesund usw.

 

wobei einem einzelnen Pol nie eine Wertung (etwa gut oder schlecht) zukommt. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden und bedingen einander. Tag lässt sich nur im Kontrast zur Nacht definieren, heiß nur, wenn es auch kalt gibt, keine Armut ohne Reichtum usw.

 

Was nehmen wir nun als Gegenpol zum Gemälde von Jim Morrison,

damit wir Drama und Melancholie ausgleichen?

 

Hier greift man am Besten zu dem Werk „Surfbrett 1“ von Aileen. Ein fröhliches, spielerisches Werk. Bemalt mit einem reizvollen Porträt, umschwärmt von niedlichen Fischchen.

 

Hier singen gewissermaßen die Beachboys mit „Good Vibrations“ gegen Jim Morissons „This Is The End“ gegen an. Zwei Pole, die sich ausgleichen.

 

Ausgleichende Polarität zwischen unseren Künstlern auch in der Frage:

„Trennst du dich schweren oder leichten Herzens von deinen Werken,

wenn sie verkauft werden?“

Eine erfrischende Antwort von Tobias:

„Ich freue mich immer, wenn ein Werk ein neues Zuhause findet“.

Aileen hat mir auf diese Frage geantwortet:

„Eine Trennung ist immer schwer“, aber der Nachsatz lautet schon: „Doch gibt es nichts Schöneres, das Bild an Kunstbegeisterte zu übergeben“.

Wieder eine Art von Polarität.

Meine Lieben, diese Ausstellung, die „Farbexplosion“, explodiert noch bis zum 2. März. Wer sich heute nicht entscheiden kann oder will, dem steht Nissi 24/7 für Kaufimpulse zur Verfügung.

 

Ich danke euch dafür, dass Ihr mir zugehört habt und wünsche euch einen schönen Abend. Bis bald hier im Bernsteinzimmer der HafenCity.

 

Bernd Roloff

 

Aus Datenschutzgründen sind einige Bilder nicht veröffentlicht. Die Setzerin

Vernissage

Exponate

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