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Vincinette und mehr – Katrin Sefaj

Kunstaustellung – Katrin Sefaj – vom 08. Juni bis 05. Juli 2023!

Die Vernissage ist am Donnerstag, den 08. Juni 2023 und beginnt um 19 Uhr.

Wir laden herzlich ein!

„Vincinette und mehr“

„Der Drang zu zerstören ist auch ein schöpferischer Drang“

„Ein drängender Impuls, welcher sich hin und wieder während eines Malprozesses durchsetzt. Die Zerstörung ist notwendig, wenn bei einem Gemälde und seiner Entstehung das Gefühl der Stimmigkeit ausbleibt. Alte Gedankenstrukturen werden verdrängt und eine Neukombination von Intension und Technik können schon während des Vorgangs der Zerstörung aufkeimen und sich erfolgreich durchsetzen.“ Katrin Sefaj

Eine bedeutsame Erkenntnis, welche die Künstlerin durch ein eigens erfahrenes Erfolgserlebnis während ihrer Arbeit erlangte. Ihr Eifer Bilder zu erschaffen ergibt sich durch einen stetigen Impuls sich in Eindrücken ihrer Umgebung, in zeitgenössischen Ereignissen oder in der Bilderflut medialer Kanäle Inspiration zu holen.

Die Motivauswahl trifft sie zum einen blitzschnell, intuitiv und völlig ungebunden…zum anderen gezielt in einer Thematik, zum Teil jedoch konträr zueinander in Stil und Techniken wie Öl, Acryl, Gouache sowie Mischtechnik. Geistige Sprunghaftigkeit, Offenheit Neues zu wagen, sich in keiner Gattung der Kunst einzureihen, zeigt sich in ihren Werken durch deren Vielfalt.

Seit 2020 arbeitet Katrin Sefaj als freischaffende Künstlerin in ihrem Atelier in Hamburg-Billbrook.

Sie besuchte zuvor eine private Kunstakademie in Uhlenhorst und lernte dort fünf Jahre lang in Objektiver Gestaltungsmethode. Die gebürtige Hamburgerin liebt ihre Unabhängigkeit in ihrem künstlerischen Schaffen und auf autodidaktische Weise folgt sie einem künstlerischen Ideal von dem sie weiß, dort nie anzukommen…ein gutes Gefühl.

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Einladung

Rückseite

Die Formatierungen der Laudatios werden derzeit überarbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Laudatio

Laudatio – Katrin Sefaj “Vincinette und mehr“ am 08.06.2023 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, liebe Gäste,

willkommen im

Bernsteinzimmer der HafenCity!

Mein Name ist Thomas Lüdecke und ich vertrete heute unseren Keynote-Speaker Bernd Roloff, der leider erkrankt ist. Im Namen von Bernd und von Nissi darf ich Euch heute auf das Herzlichste begrüßen, zur sage und schreibe 84. Vernissage von Nissis Kunstkantine seit ihrer Eröffnung im März 2013.

Zu meiner Rechten, wie immer im Einsatz für die gute Kunst, Bernds Assistentin Betty. Zusammen versuchen wir, Bernd so gut wie möglich zu vertreten.

Wir begrüßen dich, liebe Katrin Sefaj und begrüßen euch, liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, liebe Gäste und liebes Team von Nissi zu dieser großartigen Ausstellung mit dem wahrlich stürmischen Motto

„Vincinette und mehr“

Das ist ja mal ein Motto zum Nachdenken und Nachhaken: Vincinette! Wer oder was mag das wohl sein? Der Ein oder Andere von euch hat diesen Namen bestimmt schon mal gehört. Aber in welchen Zusammenhang den bloß?

In dieser Ausstellung trägt selbstredend auch ein Werk von dir, liebe Katrin, den Namen

„Vincinette“:

Dieses Werk ist in vielschichtiger Betrachtungsweise wirklich etwas ganz Besonderes. Daher erstaunt es nicht, dass du für deine erste alleinige Ausstellung dieses Gemälde als namensgebend auserkoren hast.

Zunächst erscheint es kraftvoll und beweglich, melancholisch, aber auch bedrohlich, fast destruktiv. Für unsere Künstlerin Katrin Sefaj gehört zerstörerische Kraft ganz eindeutig zum künstlerischen Erschaffen.

Auch bei ihrem Werk „Vincinette“ hat nicht nur das Dargestellte etwas Zerstörerisches, sondern auch die Erschaffung war geprägt davon. Die Künstlerin hat einen ganz eigenen Bezug zu dieser Werkerschaffung.

Sie schreibt unserer Redaktion dazu:

„Manchmal zerstöre ich ein angefangenes Werk oder auch eines, das ich schon für fertig erklärt habe. Das Bild Vincinette war eigentlich fertig, es stand da und guckte mich aber immer wieder an und ärgerte mich. Ich nahm meinen Eimer Wasser und muss sagen, das fand ich ziemlich mutig von mir einfach zu gucken, was passiert, denn ich habe ziemlich lang an dem Bild gearbeitet. Das Wasser lief über das Wasser und wo sich eigentlich Verzweiflung ankündigen sollte, war ich inspiriert, die Perspektive auf das Bild zu verändern. So entstand durch Zerstörung etwas Neues mit bereits Vorhandenem“.

So erklärt sich zunächst der ganz besondere Look, das offensichtlich Einmalige dieses Werkes, das mit Gouache-Farben gefertigt wurde. Diese deckenden Wasserfarben sind, wie Aquarell-Farben, eben auch nach der Trocknung noch gut wasserlöslich.

Meine Damen und Herren, kommen wir zurück zu dem seltenen Namen „Vincinette“! Dann erklärt sich auch das dargestellte Zerstörerische:

Der Name „Vincinette“ ist zunächst einmal die weibliche Form des Namens Vincent.

Aber was verbindet nun uns Hamburger mit diesem Namen?

Mancher von euch erinnert sich vielleicht inzwischen richtig: Die große Sturmflut von 1962 wurde nämlich von einem Orkan namens „Vincinette“ ausgelöst. Jeder Hamburger hat sofort die Fotos und Aufnahmen vor Augen von jener unfassbaren Katastrophe.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 bricht eine schwere Sturmflut über Norddeutschland herein. Mit 130 Stundenkilometern fegt der Orkan „Vincinette“ über Norddeutschland hinweg.

Im Insti­tut für Meteo­ro­lo­gie und Geo­phy­sik in Ber­lin-Dah­lem übrigens ver­passte man dem Orkan den Namen „Vin­ci­net­te“, getreu der damaligen Vor­ga­be, guten Wet­ter­la­gen immer männ­li­che, schlech­ten dage­gen weib­li­che Namen zu geben.

Vin­ci­net­te“ also – das bedeutet „die Siegreiche“, abgeleitet aus dem Lateinischen, von „vincere“, siegen.

Besonders schlimm traf es die Stadt Hamburg. Zahlreiche Deiche brechen, das Wasser überflutet ein Sechstel des Stadtgebiets der Hansestadt. Hier eine Visualisierung des Unvorstellbaren:

Wie man sich allein anhand dieser Grafik vorstellen kann: Auf Hamburger Gebiet gab es unzählige Opfer, Tausende werden obdachlos, verlieren im Hochwasser ihr Hab und Gut, ihr Zuhause. Innerstädtische Infrastrukturen lösten sich auf.

Fotos wie dieses kennt wohl jeder Hamburger:

Die Sturmflut von 1962 gilt aber auch als Initialzündung der politischen Karriere Helmut Schmidts.

Entschlossen reagiert der damalige Innen- und Polizeisenator Helmut Schmidt auf die Sturmflut in und um Hamburg im Februar 1962: Er ruft sogar die Bundeswehr zur Hilfe. Ein Novum!

Die Beteiligung der Bundeswehr an der Hilfsaktion ist nicht nur ein Novum, sondern zum damaligen Zeitpunkt auch verfassungswidrig:

Laut Grundgesetz durfte das Militär keine Aufgaben im Inneren übernehmen. Um die Rettungsaktionen voranzutreiben, setzt sich Schmidt bewusst über die Gesetzeslage hinweg:

„Wir haben uns nicht an Gesetz und Vorschriften gehalten, wir haben möglicherweise die Hamburger Verfassung verletzt, wir haben sicherlich am Grundgesetz vorbei operiert. Es war ein übergesetzlicher Notstand“,

so begründet Schmidt 20 Jahre später in einem Interview sein Vorgehen.

Auch Tausende von Zivilisten sind unermüdlich im Einsatz, manche Spuren der Flutkatastrophe kann man bis heute im Stadtgebiet erkennen, dieses Ausnahmeereignis  brannte sich ein in unser kollektives Gedächtnis.

Hier ein weiteres Werk von Katrin, das sich ganz aktuell mit diesem Thema befasst:

Das großartige, monochrome Werk „Deichbruch“ aus 2023 von dir, liebe Katrin.

Doch: In der Rückschau und mit Jahrzehnten Abstand kann man allerdings sagen, dass „Vincinette“ neben den bestürzenden historischen Details wahrlich auch viel Positives bewirkt hat, denn:

„Die Siegreiche“ hat keineswegs gesiegt!“ Schon in Sachen Namensgebung beispielsweise nicht: Tiefs hatten tatsächlich früher nur weibliche Vornamen. Bis sage und schreibe 1997 hatten alle Tiefdruckgebiete grundsätzlich feminine Namen, alle Hochs männliche. Seit 1998 wird hier rotiert:

Heute erhalten nur in geraden Jahren Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen, Hochdruckgebiete werden männliche Namen zugeordnet – in ungeraden Jahren ist es genau umgekehrt. Dieser gleichberechtigte Wechsel ist doch schon mal ein echter Fortschritt.

Die Flut-Kata­stro­phe von 1962 war insgesamt eine Zäsur in der Geschich­te Ham­burgs: Das Deich­kon­zept wur­de grund­le­gend über­ar­bei­tet und erneu­ert, die Deiche modernisiert und erhöht. Der Hoch­was­ser­schutz in Ham­burg wird bis heute stän­dig kon­trol­liert und opti­miert.

Die berühmte Architektin und Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid befasste sich zum Aufbau der HafenCity zuletzt intensiv mit dem Schutz des Stadtgebiets und schuf dahingehend an Kunstwerke erinnernde Bauwerke wie dieses:

Hochwasserschutz als architektonische Attraktion, meine Damen und Herren, welcher nicht zuletzt auch unsere Kunstkantine vor eventuellen Fluten schützt.

Wer allerdings in Ham­burg lebt, ist dar­an gewöhnt, dass man im Herbst und im Win­ter in Hafen­nä­he bei ungüns­ti­ger Wit­te­rung nas­se Füße bekommen kann.

Kei­ne Fra­ge: Wer sein Auto am Fisch­markt parkt, wenn der Wind das Was­ser von der Nord­see in die Hel­go­län­der Bucht und die Elbe drückt, darf sich nicht wun­dern, wenn es absäuft. Den ganz großen Schrecken haben die Sturmfluten zum Glück in den letzten 60 Jahren verloren, wir fühlen uns geschützt und abgesichert. Immer wieder aber sind die Wassermassen natürlich Thema für die Medien, für Schaulustige und ganz klar auch für Künstler – hier das Werk „Zeynep“ von dir, liebe Katrin:

Eindeutig inspiriert von der letzten Sturmflut im Februar 2022 hier bei uns. Der Name des Sturms stammt hier aus dem Arabischen und bedeutet „Schmuck“. So kann auch ein Sturm heute seine Schrecken verlieren, durch hohe, schmückende Deiche, schmückende Namen und ein Schmuck kann auch dieses tolle Gemälde von dir sein, liebe Katrin, eine moderne, aktuelle Hamburgensie.

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, zögern Sie daher nicht: Ansprechpartnerin für den Erwerb von Katrins Werken ist Nissi, stöbern Sie aber auch gerne mal in unserem neuen Katalog oder online in Nissis Art Gallery.

Nun zurück nochmal ins Jahr 1962:

Nicht nur die große Sturmflut prägte das Jahr, auch die Kubakrise, die SPIEGEL-Affäre fanden statt, die Studenten organisierten sich, der Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg wurde sichtbar, Vieles wurde freier, schöner, schicker. Es ging bergauf!

Dieses Jahr sollte in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen, ein ereignisreiche Jahr, in dem z.B. Marilyn Monroe starb, die Rolling Stones ihre Band gründeten und die Beatles ihre erste Platte aufnahmen. Aber vorher schon spielten sie live in Hamburg, wie wir alle wissen. Auch das prägte das Leben in unserer Stadt.

Nach der Flut wurde es Sommer, die Kriegsruinen und Folgen des Orkans waren noch nicht gänzlich aus Hamburgs Stadtbild verschwunden, die Stadt aber und ganz besonders der Kiez befand sich in einer unbeschreiblich inspirierenden Aufbruchsstimmung.

Es wurde wieder gelebt!

Dieses Feiernkönnen, frei und jung sein, modern und weltoffen, dieses Lebensgefühl, welches man auch immer mit Hamburg verbindet, kam damals auf und rasch in Fahrt, und dieser Spirit hält sich gerade in unserer Hansestadt so wunderbar spürbar und beharrlich bis heute.

Dieses Lebensgefühl, meine Damen und Herren, spiegelt Katrins vielfältiges Werk ebenso wieder, hier das Werk „Fun“ von ihr:

Dieses ebenfalls monochrome Werk ist eine Ode an die Jugend, ebenso wie ein weiteres Werk aus dieser Serie, „Blackdots“:

Das Zitat von Manfred Kessel

„Die Jugend verachtet die Folgen, darauf beruht ihre Stärke“

passt hier so gut, nur:

Ist das denn noch so?

Angesichts der Informationsflut, der Krisen, von Pandemie und Krieg befürchtet nicht nur unsere Künstlerin Katrin Sefaj, dass die Unbeschwertheit der Jugend an sich nicht selbstverständlich ist und schaut man zurück über die Jahrzehnte, wie wir es eben taten, war es wohl auch nie eine wirkliche Selbstverständlichkeit.

Hier passt der Titel eines wunderbaren weiteren Werkes von Katrin, übrigens gefertigt mit Öl auf Leinwand, mit dem ebenso immer aktuellen wie auch jugendlichen Titel: „Peace“

Unbeschwerte Momente, meine Damen und Herren, die gibt es immer wieder, genießen wir sie, denn es gibt sie ein Leben lang, sie sind keinesfalls der Jugend vorbehalten! Zum Beispiel jetzt und hier.

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, mit dem Erwerb eines Werks von Katrin erhalten Sie, meine Damen und Herren, zumindest etwas besonders kraftvolles Neues, etwas Hamburgisches für Ihr Zuhause oder auch mal für Ihr Büro!

Die Ausstellung läuft noch bis zum 05. Juli, aber zögern Sie nicht zu lange, denn die einzigartigen modernen Gemälde von Katrin sind sehr begehrt und sie freut sich, wenn sie Anderen mit ihren spannenden Werken eine Freude machen kann. Machen Sie sich auch selbst einfach mal wieder eine Freude, ich sage nur:

Fun and Peace!

Also, meine Lieben, das waren für heute die Schlussworte, vielen Dank fürs Zuhören! Wir hoffen, wir haben Bernd Roloff ganz gut vertreten und wünschen euch Allen einen schönen Abend!

Betty Köhler und Thomas Lüdecke

Aus Datenschutzgründen werden einige der gezeigten Bilder nicht veröffentlicht. Die Setzerin

Vernissage

Exponate

Zeynep 2023

Acryl auf Leinwand 120x80 cm
Preis: 2900 €

Vincinette 2021

Gouache auf Leinwand 180x120 cm
Preis: 5800 €

Verknotung 2020

Acryl auf Leinwand / Triptychon180x100 cm
Preis: 3400 €

Thank you Conor 2023

Acryl auf Leinwand, 140 x 120 cm 
Preis: 4200 € + Rahmen/weiß 450 €

Strandperle

Acryl 50x60

60×80/Öl kehr wieder

60x80/Öl kehr wieder

70×70/Öl selfie

70x70/Öl selfie

50×70/Acryl Rusty

50x70/Acryl Rusty

Acryl auf Papier 80x60cm Poller2

Acryl auf Papier 80x60cm Poller2

Acryl auf Papier 80x60cm Poller3

Acryl auf Papier 80x60cm Poller3

Acryl auf Papier 80x60cm Poller1

Acryl auf Papier 80x60cm Poller1

Acryl auf Papier 60x70cm

Acryl auf Papier 60x70cm

Pink Impulse3/Acryl auf Papier/40×50

Pink Impulse3/Acryl auf Papier/40x50

Pink Impulse2/Acryl auf Papier/40×50

Pink Impulse2/Acryl auf Papier/40x50

Gouache 80×120 overlopen 2

Gouache 80x120 overlopen 2

Gouache 80×120 overlopen 1

Gouache 80x120 overlopen 1

Gouache 60×50 natte fööt 2

Gouache 60x50 natte fööt 2

Gouache 60×50 natte feut 2

Gouache 60x50 natte feut 2

130×80/Acryl Horns Rev

130x80/Acryl Horns Rev

70×70/Öl fun

70x70/Öl fun

50×60/gouache

50x60/gouache

70×70/Öl

70x70/Öl

160×120/Acryl

160x120/Acryl

70×70/Öl

70x70/Öl
Nissis Kunstkantine

Kunstgalerie & Eventlocation
Am Dalmannkai 6
20457 Hamburg (HafenCity)

Mo – Fr 12-16 Uhr
Und nach Vereinbarung

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