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Vor Sicht – Larissa Kerner

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine,

die für Montag, den 16.03.2020 um 19 Uhr angekündigte Finissage für die Ausstellung der Werke von Larissa Kerner muss ich leider schweren Herzens absagen.
Die Ausbreitung des Corona-Virus hat sich in den letzten Wochen pandemisch entwickelt. Events in geschlossenen Räumen mit erheblicher Publikumsresonanz erzeugen ein gesteigertes Infektionsrisiko. Wir haben uns deswegen dazu entschieden, am kommenden Montag nicht, wie angekündigt, das Ende der Ausstellung mit einer Finissage zu feiern.

Ein kleiner Trost sind für uns das Video und die Fotos von der Vernissage.

Wir bitten um Verständnis für unsere Entscheidung, aber angesichts der Gefährdungslage gibt es keine Alternativen.

Beste Grüße

Ihre Nissi und Team


Einladung zur Finissage!

Montag, den 16. März um 19 Uhr

Laudatio Bernd Roloff

Ausstellung vom 19. Februar bis 17. März 2020

„Larissa Kerners Werke sind allesamt Selbstbilder.
Selbstbilder?
Sehen wir hier also einfache Selfies
– nur eben in stundenlanger analoger Ausführung bearbeitet?
Der schnelle erste Blick lässt den Schluss auf bloße Selbstporträts ja durchaus zu.
Aber: Vorsicht! Vor dem Blick, der nur klassifiziert, bewertet, urteilt – betrachtet, aber nicht begreifen will.
Vorsicht vor einer Sichtweise, die anschaut, ohne rein- oder gar dahinter schauen zu wollen.
Die lauten Bilder aus Acryl- und Sprayfarben, Ölstiften, Gaffa Tape und mehr sind wortwörtliche Selbst-Bilder, keine bloßen Abbilder.

Weil sie Spiegel-Bilder sind, die im reflexiven Prozess verhandelt haben, was in Larissa Kerners Innerem ist.
Weil sie die Frage „Sehen die MICH oder nur, was sie an mir sehen wollen“ als „Siehst DU mich oder nur, was Du an mir sehen willst?“ zurück reflektieren auf den Betrachter.

So verschmelzen hier die Sichtweisen: Der zuschreibende, ikonisierende Blick von außen auf eine, die angeblich irgendwas verkörpert und die Innensicht von einer, die nicht nur als Tochter und Bandmitglied von Pop-Ikone NENA weiß, wie es sich anfühlt, auf die ständige Draufsicht reduziert zu werden.

So wie in Larissa Kerners Leben und künstlerischer Arbeit vielerlei mühelos und wieder anderes geradezu schmerzhaft verschmilzt: Pop und Art, Musik und bildlicher Ausdruck, Selfie- und Streetart-Kultur, Tochtersein und Muttersein, Zwillingsschwester und Zwillingsbruder, Frau und Mann.

Verschmelzen heißt, sich hinzugeben – in Larissa Kerners Arbeiten bedeutet es aber auch: Da zu sein, stattzufinden im Gegenüber, sich Terrain zu erobern auf der anderen Seite: wenn nötig eben in großformatiger Ausdehnung.
Eroberung und Rückeroberung, dessen, was im flüchtigen Draufblick zügig von uns (allen!) genommen wird: Wer wir wirklich sind. Sein versus Sehen. Sinn versus Sinnbild.

Und nicht zuletzt auch: Erzählen versus Zuschreibung. Larissa Kerners Bilder erzählen von Liedern und den Stimmungen, die sie vertonen, teilen Gedanken mit, plaudern Gefühle aus, rufen einem Wut entgegen – und Liebe.
Damit fordert Larissa Kerner Vorsicht in einem weiteren Sinn ein: VOR dem Bild innezuhalten für die SICHT auf das, was zu zeigen sie bereit ist – und verbindlich einlädt.

Larissa Kerner ist auch in verschiedenen teilweise internationalen Kunstprojekten und -kollektiven aktiv.
Die Werke ihres langjährig zusammenarbeitenden Künstler-Duos AdamEva wurden bereits in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. in der HeliumCowboy Galerie sowie im Hamburger Mercedes me Store, die Künstlerinnen haben gemeinsam zudem diverse individuell konzipierte Auftragsarbeiten realisiert.“  Larissa Kerner

Einladung

Rückseite

Die Formatierungen der Laudatios werden derzeit überarbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Laudatio

Laudatio Larissa Kerner „VOR SICHT“ Nissis Kunstkantine, 19. Februar 2020   Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstkantine, liebe Gäste, willkommen im   Bernsteinzimmer der HafenCity!   Mein Name ist Bernd Roloff, ich bin der Keynote-Speaker der Kunstkantine und darf Euch heute auf das Herzlichste begrüßen zur 60. Vernissage in Nissis Kunstkantine seit ihrer Eröffnung im März 2013. Zu meiner Rechten das Schild und das Schwert des gehobenen Kunstgenusses, meine Assistentin Betty.   Betty wird die Exponate hochhalten, die meinen Vortrag begleiten. Alle sprechen von der Digitalisierung, wir sind hier analog unterwegs. Kein Micro, kein Powerpoint, very unplugged. Wer braucht einen Beamer, wenn er Betty hat.   Die Vernissage gilt den Werken von Larissa Kerner und hat den Titel:   „VOR SICHT“.   Der aufmerksame Zuhörer wird bemerkt haben, dass ich zwischen VOR und SICHT eine Pause gemacht habe. Es geht also nicht um den Ausruf: Vorsicht! als Warnung vor Kunst, sondern um die Aufforderung, VOR dem Gemälde innezuhalten für die SICHT auf das, was zu zeigen die Künstlerin einlädt.   In Museen beträgt die durchschnittliche Betrachtungszeit für Gemälde 11 Sekunden. Gönnen Sie sich heute Abend ruhig mehr Zeit, es drängt Sie keiner und genügend Vernissagen-Wein ist auch da.   Ja, meine Damen und Herren, es ist die 60ste Ausstellung in der Kunstkantine. Was haben wir hier nicht alles gesehen: Assemblagen, Installationen, Figuratives und Abstraktes, Porträts, Landschaftsbilder mit so vielen interessanten Materialien, unter Anderem Gipsbinden und eine Künstlerin mischte sogar ihre Farben mit Elbsand.   Und doch ist es wieder gelungen, aus dem Meer aller Möglichkeiten einen ganz besonderen Fisch an Land zu ziehen.   Larissa Kerner stellt ausschließlich Selbstporträts aus. So eine Ausstellung gab es hier noch nicht. Sie ist in diesen heiligen Hallen ohne Vorbild und einzigartig. Die ersten echten Selbstporträts entstehen in der Malerei etwa Ende des 15. Jahrhunderts. Dürer war wohl der erste, der mit dieser Gemälderichtung loslegte. Als Zweck des Selbstporträts definiert Wikipedia Folgendes:   „Innere Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selbst, mit den eigenen sich wandelnden Stimmungen und der eigenen Vergänglichkeit.“   Das Selbstporträt hat gegenüber anderen Gemälderichtungen einen sehr entscheidenden praktischen Vorteil: Man ist sich selbst das billigste Modell und wenn möglich, sollte man sich soweit kennen, dass man sich stimmungsrichtig  malen kann. „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ wäre jetzt der entgegengesetzte Slogan.   Bei dem Begriff Selbstporträt kommen dem Kunstbeflissenen einige ganz berühmte Selbstbildnisse in Erinnerung, z.B. van Gogh, Leonardo da Vinci, Courbet oder Dürer. Bei mir ist es William Turner.         Warum erinnern wir uns so gut an Selbstporträts? Da ist zum Einen der Wunsch, das übrige Oevre mit dem Bild einer Person in Verbindung zu bringen, also eine Zurechnung vorzunehmen. Zum Anderen sind Selbstporträts üblicher Weise in klarer Unterzahl. Bei Turner ist das Verhältnis von Selbstporträt zu übrigen Werken 20.000 zu 1. Es ist also eine Seltenheit.   Bei Frida Kahlo ist das Verhältnis 55 zu 88. Also 55 Selbstbildnisse und 88 Werke mit anderen Sujets. Eine durchaus beachtliche Quote. Befragt nach ihren Lieblingsmalern schrieb mir Larissa:   „Ich liebe Frida Kahlo. Sie als Person und Frau, ihre Geschichte und ihre Bilder, sie ist meine absolute Ikone.“   Insofern erklärt sich auch, warum wir Whisky pur hier an den Wänden hängen haben. 100 % Selbstporträts. Was ist die Motivation dafür? In meinen Notizen finde ich die Formulierung   „geteilte Emotionen in die Welt einbringen.“   Ich fragte dann nach, ob es nicht ruinös wäre, wenn man immer ein Scheibchen Larissa abschneiden würde, dann wäre am Ende ja nichts mehr da. Larissa sagte dann zu mir:   „Nö, das wächst wieder nach.“   Sie schrieb mir außerdem:   „Meine Werke lasse ich gerne los und freue mich darüber, dass ich etwas erschaffen habe, was in die Welt geht. Es steckt Mut darin und Freiheit und Liebe und Zuneigung und Vieles mehr.“   Damit ist zugleich die Frage beantwortet, ob sich Larissa schwer oder leicht von ihren Werken trennt. Die Energie, die in den Bildern liegt, ist offenbar eine nachwachsende Ressource.   Andererseits wollte Larissa nicht, dass ihre Gemälde vor Ausstellungseröffnung auf der Webseite der Kunstkantine herumschwirren. Man stelle sich vor, sie werden von dort kopiert und in irgendwelche Promimeldungen eingebunden und hin und her geschickt.   Das Wort „viral“ hat ja in diesen Zeiten von Corona einen nicht so schönen Klang wie sonst. Also begab sich Euer Lieblingslaudator vor Ort, um einen typischen Kerner zu „rauben“.       Die Authentizität dieser Aufnahme ergibt sich aus den unten herausragenden Hosenbeinen des Laudators. Eine Jack&Jones-Jeans für 79,90 EUR.   Geheimniskrämerei hat in der Kunst Tradition.   Man denke an diesen ganz herausragenden Vertreter des amerikanischen abstrakten Expressionismus. Ich spreche von Clyfford Still.       Er war ein schwieriger Einzelgänger und lehnte die kommerzielle Kunstszene und auch Ausstellungen ab und trennte sich von nur etwa sechs Prozent seiner Werke. Vor Allem Ausstellungen würden seinem Werk die lebensspende Kraft rauben.   Ungezählt sind seine Attacken gegen die „verderbenden, zersetzenden“ Kräfte des kommerziellen Kunstbetriebs, in denen er Kritiker als „verlauste Schmierer“, Galerien als „Bordelle“ und das New Yorker „Museum of Modern Art“ als „Gaskammer“ beschimpfte. Einen Sammler, der die „Unverschämtheit“ besessen hatte, nach der Bedeutung seiner Bilder zu fragen, soll er daraufhin wutentbrannt vor die Tür gesetzt haben.   Bei Larissa, die nach eigenen Bekunden gerne teilt, sollte es wohl ein gewollter Überraschungseffekt sein, dass die Gemälde bis zur Ausstellungseröffnung geheim gehalten wurden. Mit dem zerknirschten Zausel von eben kann man sie nicht vergleichen.   Bei meinem Besuch bei ihr konnte ich ihr außerdem ein Geheimnis entlocken. Von William Turner weiß man heute, dass er ganz gern mal auf die Leinwand spuckte. Seine Ölgemälde sind also in Wahrheit Mixed Media. Bei Larissa gibt es auch ein Geheimnis, das ich jetzt publik mache.   Achtung, aufgepasst:   Auf die frische unbemalte Leinwand schreibt Larissa Affirmationen.   Wie sich eine Affirmation definiert, ist abstrakt höchst schwierig zu formulieren, weil sich der Begriff in Sprachwissenschaft, Logik, Spiritualität, Psychologie und Kommunikation irgendwie immer anders erklärt. Die Affirmation ist ein glitschiger Fisch. Ganz allgemein lässt sich vielleicht formulieren, dass es sich um einen positiv verstärkenden Satz handelt, der ein Muster aufbauen soll.   Zu diesem frühen Zeitpunkt meines ausschweifenden Vortrages kann ich dem geneigten Publikum gerne mal ein Beispiel einer Affirmation geben:   Hinsichtlich der Quelle dieser Affirmation möchte ich auf die vorletzte Ausgabe des Dschungelcamps zurückgreifen. Sie sehen, ich greife als Laudator auch auf Fachdokumentationen zurück.   Also: Im vorletzten Dschungelcamp veranstaltete ein selbsternannter Coach mit hochathletischem Körper mit den übrigen bereits erschlafften Insassen einen „Miracle Morning“.   Betty hält jetzt mal ein Foto dieser mysteriösen Zusammenkunft hoch:       In diesen Zusammenkünften wurde die Universalformel der Autosuggestion gerufen:     „Es geht mir von Tag zu Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser und besser.“     Die Formel ist übrigens uralt und stammt von Èmile Coué, einem Pionier der Autosuggestion, der die Formel Ende des 19. Jahrhunderts kreiert hat. Wer Formeln zur Autosuggestion sucht, findet sie im Netz zu jedem Thema.   Wenn ich eine Affirmation auf eine Leinwand schreiben müsste, bevor ich das Gemälde beginne, würde ich mich bei einem Zitat von Francis Bacon bedienen:   “The job of the artist is to deepen the mystery.”   Das Mysterium verstärken, das ist der Job des Künstlers. Larissa hat mir keines der Affirmationen verraten, mit denen sie ihre Leinwände beschriftet und wir haben bis zuletzt nur ein einziges Foto von einem ihrer Gemälde erhalten.   Insofern hat Larissa schon in der Vorbereitung dieser Ausstellung einen guten Job gemacht. The job of the artist is to deepen the mystery. Hier kann ich nur sagen:   Well done, Larissa.   Und trotzdem offenbart sie mir ein Mysterium.   Larissa meint, ihre Gemälde beginnen bei den neuen Besitzern ein Eigenleben zu führen. Aber wie denn nun?   Es gibt 2 Möglichkeiten:   Entweder, die Anmutung des Gemäldes ändert sich in der Sphäre des neuen Besitzers, das ist die erste Möglichkeit. Man kennt das ja, dass Hunde bald so aussehen, wie ihre Besitzer.   Oder ist es so, dass das Gemälde die Sphäre des neuen Besitzers ändert. Um im Bild zu bleiben, der Hundebesitzer sieht bald so aus wie sein Hund.   Betty, könntest du mal ein Exponat hochhalten, damit das Publikum weiß, wovon ich spreche:       The job of the artist is to deepen the mystery.   Larissa gab sich erneut mysteriös. Über ihre Werke sagte sie den Satz:   „Sie nehmen sich des Käufers an.“   Die Spannung bleibt, meine Damen und Herren! Aha. Sie nehmen sich also des Käufers an.   Aber wie denn nun? Ausgleichend, ermutigend oder strahlt da was Kritisches und Korrigierendes ab?   Ich oute mich jetzt mal als ausgesprochener Fan des amerikanischen Malers Terry Rodgers.   Terry Rodgers malt fast ausschließlich Partyszenen, wie diese hier:         Halbnackte Männer und Frauen, Zigaretten und Alkohol, die Motive immer leicht melancholisch, was kommt denn jetzt, nachdem die Party ihren Höhepunkt überschritten hat.   Für mich passt ein solches Gemälde hervorragend in ein Wartezimmer. Z.B. beim Kardiologen. Man hat gesoffen und geraucht und was man sonst noch Alles braucht für eine neue Herzklappe. Ab jetzt gilt aber nun wirklich Mäßigung in allen Angelegenheiten. Es gibt nur noch Quinoa-Kuchen mit Rote Bete-Saft.   Welche Wirkung sich für den neuen Besitzer eines Werkes von Larissa einstellt, werden Sie nur erfahren, wenn Sie sich eins kaufen. Ich darf das geneigte Publikum daran erinnern, dass eine Vernissage nicht zuletzt auch eine Verkaufsveranstaltung ist.   Ich sehe hier in manchen Gesichtern ein „NEIN“. Ein „Nein“ ziffert sich für den beharrlichen Verkäufer als „noch ein Impuls nötig“ aus. Es fehlt noch was, um den impulsiven Kaufreflex auszulösen.   Wir erinnern uns, es gibt 4 Typen von Kunstkäufern:  

  1. Die Bewahrer. Sie haben schon eine Kunstsammlung aufgebaut oder geerbt. Diese wollen sie bewahren und mit Zukäufen arrondieren. Also Bitteschön, wer schon eine Sammlung mit Pop-Art hat, für den bietet sich jetzt die Gelegenheit zum Zukauf.

 

  1. Typ, die Investoren. Hier haben wir die Gattung von Kunstsammlern, die günstig einkaufen und teuer verkaufen wollen. Wir leben in einer Ökonomie der Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren, die Mutter von Larissa Nena besitzt A-Prominenz und hier besteht die Möglichkeit, bei einem Emerging Artist zu einem vernünftigen Preis einzusteigen.

 

  1. Typ, das sind die Kunstbegeisterten. Und dann soll es noch einen 4. Typ geben: Die hybriden Sammler, das sind die Käufer, die nicht genau wissen, warum sie Kunst kaufen. Ich glaube, die Typen 3 und 4 unterscheiden sich gar nicht groß. Begeisterung kann verschiedene Formen haben, etwa Besitzerstolz oder die Freude an der Kommunikation mit der Kunst, ein geradezu unerschöpfliches Thema. Und man braucht bei Larissa Kerner noch nicht einmal einen kunstbeflissenen Kommunikationspartner.

  Es gibt einen legendären Text, der in der Welt erschienen ist, der 10 Regeln für den Besuch von Vernissagen aufstellt. Die 1. Regel bezieht sich auf die Begleitung bei einer Vernissage:   „1. Begleitung: Unbedarfte begehen häufig den Fehler, aus Unsicherheit einen kulturbeflissenen Bekannten zu fragen, ob er mitkommt zur Vernissage – ein krasser Fehler. Meist beginnen solche Kunstliebhaber bereits in der U-Bahn über Konstruktivismus und den Blauen Reiter zu schwadronieren, schon weil sie glauben, dies werde von ihnen erwartet. Wer ein paar launige Stunden haben möchte, greife lieber zu Bekannten mit brachialer Kulturlücke.“   Das kulturfernste Individuum können Sie immer noch mit einem Bestandteil der Werke von Larissa beeindrucken. Larissa verarbeitet auf ihren Werken Klebeband. Dabei ist schon umstritten, ob sich dieses Material   Gaffa-Tape oder Gaffer-Tape   nennt. In den Seiten der Baumarkt-Kette Hornbach findet sich unter dem Titel   „Liebeserklärung an das Gaffa-Tape“     Alles Wissenswerte über diesen Werkstoff. Das Thema ist alles andere als profan.   Hierzu folgendes Foto:     Es zeigt die Konstruktion einer provisorischen Sauerstoffreinigungsanlage mit reichlicher Verwendung von Gaffa-Tape. Tja, meine Damen und Herren, wo mag diese Konstruktion wohl eingebaut gewesen sein? Ich kann Ihnen einen Satz als Hilfestellung geben: „Houston, we have a problem. Houston, wir haben ein Problem.“ Naja, jetzt dürfte wohl allen dämmern, wo diese Konstruktion kreiert wurde. Bei der Apollo-13-Mission explodierte ein Sauerstofftank. Um ihr Leben zu retten, mussten die Astronauten eine provisorische Sauerstoffreinigungsanlage basteln. Aufgabe hierzu, einen Adapter herstellen, um einen quadratischen Aufsatz auf eine kreisrunde Öffnung zu fixieren. Wie beim Fußball musste also das Runde ins Eckige. Das Gaffa-Tape war der entscheidende Werkstoff. Wir sprachen vorhin im Kontext des verschrobenen Clyfford Still von der lebensspendenden Kraft der Kunst. Diese Ausstellung bietet Ihnen nun auch noch Gemälde mit einem lebensrettenden Werkstoff darauf.   Was will man mehr?   Spätestens jetzt sollte sich Ihre Kauflustigkeit von einem „Nein“ zumindest in ein „Vielleicht“ gewandelt haben. Wer sich heute nicht entschließen kann, hat noch bis zum 17. März Zeit, Larissas Werke in der Kunstkantine zu bewundern.   Mission der Kunstkantine ist es, die zuweilen etwas dröge Galerieatmosphäre durch ein gastronomisches Angebot zu verzaubern. Bedienen Sie sich gern dieses Zaubers, indem Sie zum Lunch oder zum Kaffee vorbeischauen und dabei einen entspannten Blick auf die Exponate dieser Ausstellung werfen.   Eine Finissage soll es nach meinen Informationen auch noch geben. Wer den Newsletter der Kunstkantine abonniert, bleibt am Ball und wird informiert. Bis dahin wünsche ich Ihnen Allzeit genügend Sauerstoff und für heute einen besonders schönen Abend.   Bleiben Sie der Kunstkantine treu und bis bald!       Bernd Roloff   Die Bilder wurden aus Datenschutzgründen gelöscht. Die Setzerin

Vernissage

Exponate

Nissis Kunstkantine

Kunstgalerie & Eventlocation
Am Dalmannkai 6
20457 Hamburg (HafenCity)

Mo – Fr 12-16 Uhr
Und nach Vereinbarung

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